Hielscher – Ultraschall-Technologie

Ultraschall-gestützte Herstellung von verstärktem Kautschuk

  • Nano-verstärkter Gummi / Kautschuk weist höhere Zugfestigkeit, bessere Dehnungsfähigkeit, höhere Abriebfestigkeit und höhere Alterungsbeständigkeit auf.
  • Füllstoffe wie Carbon Black (z.B. CNTs, MWNTs), Graphen oder Silica müssen äußert fein in die Matrix dispergiert werden, um die gewünschten Materialeigenschaften zu erreichen.
  • Hochleistungs-Ultraschall liefert eine herausragende Dispersionsqualität von monodispersen Nanopartikeln mit optimal verstärkenden Eigenschaften.

Ultraschalldispersion

Die Ultraschalldispergierung ist weit verbreitet, um Nanomaterialien wie monodisperse Nanopartikel und Nanoröhren zu verarbeiten, da Ultraschall die Partikel und Nanotubes zuverlässig desagglomeriert und/oder funktionalisiert.
Ultraschall-Dispergiersysteme erzeugen Kavitation und hohe Scherkräfte, durch die Nanopartikel und Nanoröhrchen vermahlen, deagglomeriert und dispergiert werden. Die Ultraschallintensität kann präzise eingestellt und gesteuert werden, so dass die Beschallungsparameter optimal auf den Prozess abgestimmt sind und dadurch die Konzentration, Agglomeration und Ausrichtung der Nanomaterialien berücksichtigt wird. Die Nanomaterialien können dadurch hinsichtlich ihrer spezifischen Materialeigenschaften optimal verarbeitet werden. Optimale Ultraschallprozessbedingungen aufgrund der individuell anpassbaren Ultraschallparameter resultieren in einem qualitativ hochwertigen Gummiprodukt, welche durch die verstärkende Eigenschaften der Nano-Additive und -Füllstoffe erzielt werden.
Aufgrund der überragenden Ultraschallperformanz und der dadurch erzeugten homogenen Nanodispersion sind bereits sehr geringe Füllstoff- und Additivmengen ausreichend, um exzellente Materialeigenschaften zu erhalten.

Carbon Black-verstärkter Kautschuk mittels Ultraschall

Carbon Black ist einer der wichtigsten Füllstoff in Gummi, vor allem bei der Herstellung von Reifen, um dem Gummimaterial Abrieb- und Zugfestigkeit zu verleihen. Carbon Black-Partikel bilden sofort Aggregate, welche nur schwer dispergiert werden können. Da Carbon Black in Farben, Lacken, Druckfarben, Nylon- und Kunststoff-Farben, Latex- und Wachsmischungen, Fotolacken etc. verwendet wird, ist eine zuverlässige Dispergiertechnologie notwendig.
Die Ultraschall-gesützte Dispergierung ermöglicht es, Carbon Black gleichmäßig und mit einer hohen Monodispersität zu desagglomerieren und dispergieren.
Klicken Sie hier, um mehr über die Ultraschalldispersion für verstärkte Verbundwerkstoffe zu erfahren!

UIP16000 - 16kW Ultraschalldispergierer für industrielle Anwendungen (zum Vergrößern anklicken!)

Industrielles Ultraschallsystem

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CNT/MWCNT-verstärkter Kautschuk durch Ultraschall

Ultraschallhomogenisatoren sind leistungsstarke Dispergiersysteme, die genau kontrolliert und entsprechend der spezifischen Prozesskonditionen eingestellt werden können. Die präzise Steuerung der Ultraschallprozessparameter ist besonders wichtig für das Dispergieren von Nanoröhren, wie z.B. MWNTs oder SWNTs, da die Nanotubes als einzelne Röhren dispergiert werden müssen, ohne dabei beschädigt zu werden. Unbeschädigte Nanoröhren haben ein hohes Aspektverhältnis (bis zu 132.000.000:1), wodurch sie Verbundwerkstoffen außergewöhnliche Festigkeit und Steifigkeit verleihen. Mit einer leistungsstarken, präzise angepassten Beschallung werden die Van-Der-Waals-Kräfte überwunden, so dass die Nanotubes fein dispergiert werden. Das verstärkte Gummimaterial erhält dadurch eine außergewöhnlich hohe Zugfestigkeit sowie Elastizitätsmodul.
Darüber hinaus können mittels Ultraschall-Funktionalisierung Kohlenstoff-Nanoröhrchen modifiziert werden, um die Ausprägung von gewünschten Eigenschaften zu erzeugen oder zu verstärken. Dadurch können Nanotubes in zahlreichen weiteren Anwendungen eingesetzt werden.

Nanosilica-verstärkter Kautschuk durch Ultraschall

Ultraschall-dispergiertes Nano-Silica (zum Vergrößern anklicken!)Ultraschalldispergierer erreichen eine sehr gleichmäßige Partikelverteilung von Silica (SiO2) Nanopartikeln in polymeren Gummilösungen. Silica (SiO2) Nanopartikel müssen als monodisperse Partikel in dem polymerisierten Styrol-Butadien oder anderen Gummiformulierungen dispergiert werden. Mono-disperses Nano-SiO2 wirkt als Verstärkungsmittel, das die Zähigkeit, Festigkeit, Dehnung, Dehnung, Biegung und Anti-Aging-Leistung deutlich verbessert. Für Nanopartikel gilt: Je kleiner die Partikelgröße, desto größer ist die spezifische Oberfläche der Partikel. Mit einem höheren Oberflächen/Volumen-Verhältnis (S/V) werden bessere Struktur- und Verstärkungseffekte erzielt, was die Zugfestigkeit und Härte von Gummiprodukten erhöht.
Bei der ultraschall-gestützten Dispersion von Silica-Nanopartikeln ist es möglich, die Prozessparameter so präzise zu steuern, dass die angestrebte Partikelgröße, eine sphärische Morphologie, und eine sehr enge Partikelgrößenverteilung erzielt werden.
Ultraschall-dispergiertes Silica führt zu hoch-performantem Gummi.
Klicken Sie hier für weitere Informationen über die Ultraschalldispersion von SiO2!

Ultraschalldispersion von verstärkenden Additiven

Der UP200S Ultrasonicator für die Modifizierung und Größenreduktion von Partikeln (zum Vergrößern anklicken!)Ultraschall is nachweislich eine hervorragende Methode für die Dispersion von zahlreichen Nanomaterialien in Kautschuk, um dadrch Elastizitätsmodus, Zugfestigkeit und Ermüdungsbeständigkeit von Gummikompositen zu verbessern. Da Partikelgröße, Form, Oberfläche und Oberflächenaktivität der Füllstoffe und verstärkenden Zusatzstoffe für die Performanz ausschlaggebend sind, sind leistungsstarke und zuverlässige Ultraschalldispergierer eine der am häufigsten verwendeten Technologien, um Mikro- und Nanopartikel in Gummiprodukte zu formulieren.
Zu den typischen Additiven und Füllstoffen, die mittels Ultraschall gleichmäßig bzw. monodispers in Gummi eingemischt werden, gehören Calciumcarbonat, Kaolin, pyrogenes Silica, ausgefälltes Silica, Graphitoxid, Graphen, Mika, Talkum, Baryt, Wollastonit, pyrogenes Silica und Diatomit.
Werden Ölsäure-funktionalisierte TiO2 Nanopartikel mittels Ultraschall in Styrol-Butadien-Kautschuk dispergiert, ist bereits eine äußerst geringe Menge der Ölsäure-SiO 2 -Nanopartikel ausreichend, um ein deutlich höheres e-Modul, verbesserte Zugfestigkeit und Ermüdungseigenschaften zu erzielen. Außerdem fungiert das Ölsäure-Silica als Schutzadditive gegen photochemische und thermische Zersetzung.

  • Trihydrat-Aluminiumoxid (Al2O3) wird als Flammschutzmittel eingesetzt. Zudem verbessert es die thermische Leitfähigkeit, Kriechstromfestigkeit und den Erosionswiderstand.
  • Zinkoxid (ZnO)-Füllstoffe erhöhen die Dielektrizitätszahl sowie die thermische Leitfähigkeit.
  • Titandioxid (TiO2) verbessert die thermische und elektrische Leitfähigkeit.
  • Calciumcarbonat (CaCO3) wird als Additive verwendet, das mechanische und rheologische Vorteile sowie flammhemmende Eigenschaften verleiht.
  • Bariumtitanat (BaTiO3) verbessert die thermische Stabilität.
  • Graphen und Graphenoxid (GO) verleihen heruasragende mechanische, elektrische, thermische und optische Materialeigenschaften.
  • Carbon Nanotubes (Carbon Nanotubes, CNTs) verbessern mechanische Eigenschaften (z.B. Zugfestigkeit), sowie die elektrische und thermische Leitfähigkeit erheblich.
  • Mehrwandige Carbon Nanotubes (multi-walled carbon nanotubes, MWNTs) verbessern das Elastizitätmodul und verleihen Zugfestigkeit. Bspw. reicht bereits die Zugabe von 1 wt.% MWNTs in Epoxy aus, um das Elastizitätsmodul um 100% und die Zugfestigkeit um 200 % zu erhöhen.
  • Single-Walled Carbon Nanotubes (SWNTs) verbessern die mechanischen Eigenschaften und die thermische Leitfähigkeit.
  • Kohlenstoff-Nanofasern (carbon nanofibers, CNF) verleihen Werkstofffestigkeit, Hitzebeständigkeit und Materialbeständigkeit.
  • Metallische Nanopartikel wie Nickel, Eisen, Kupfer, Zink, Aluminium und Silber werden als Additive verwendet, um die elektrische und thermische Leitfähigkeit zu verbessern.
  • Organische Nanomaterialien wie Montmorillonit verbessern die mechanische Belastbarkeit und dienen zudem als flammhemmendes Additiv.

Ultraschall-Dispergiersysteme

Hielscher Ultrasonics bietet eine breite Produktpalette von Ultraschallgeräten – von kleinen bis mittelgroßen Technikums-Systemen für Machbarkeitsstudien und Pilotanlagen bis zu Industrie-Ultraschallanlagen mit bis zu 16kW pro Ultraschalleinheit. Leistung, Zuverlässigkeit, präzise Steuerbarkeit sowie Robustheit machen Hielscher Ultraschall-Dispergiersysteme zum „Arbeitstier“ in der Produktion von mikron- und nanoskaligen Formulierungen. Unsere Ultraschallgeräte sind in der Lage, wässrige und lösemittelhaltige Dispersionen mit hohen Viskositäten (bis zu 10.000cp) problemlos zu verarbeiten. Verschiedene Sonotroden (Ultraschallhörner), Booster (Verstärker/Reduzierer), Durchflusszellen, Reaktoren sowie weiteres Zubehör ermöglichen die optimale Anpassung der Ultraschalldispergierer auf das zu verarbeitende Material und seine Prozessanforderungen.
Hielscher Ultrasonics‘ industrielle Ultraschallprozessoren liefern sehr hohe Amplituden. Amplituden von bis zu 200µm können kontinuierlich im 24/7-Betrieb kontinuierlich erzeugt werden. Für noch höhere Amplituden stehen prozessspezifisch angefertigte Ultraschallsonotroden zur Verfügung. Die Robustheit der Hielscher Ultraschallgeräte ermöglicht einen 24/7 -Betrieb unter Heavy-Duty -Bedingungen in anspruchsvollen Umgebungen. Hielscher Ultraschaldispergatoren werden weltweit in industriellen Produktionslinien installiert.
In der folgenden Tabelle finden Sie die ungefähre Verarbeitungskapazität unserer Ultraschallsysteme:

Batch-Volumen Durchfluss Empfohlenes Ultraschallgerät
10 bis 2000ml 20 bis 400ml/min UP200Ht, UP400St
0.1 bis 20l 0.2 bis 4l/min UIP2000hdT
10 bis 100l 2 bis 10l/min UIP4000
n.a. 10 bis 100l/min UIP16000
n.a. größere Cluster aus UIP16000
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Literatur

  • Bitenieks, Juris; Meria, Remo Merijs; Zicans, Janis; Maksimovs, Roberts; Vasilec, Cornelia; Musteata, Valentina Elena (2012): Styrene–acrylate/carbon nanotube nanocomposites: mechanical, thermal, and electrical properties. Proceedings of the Estonian Academy of Sciences, 2012, 61, 3, 172–177.
  • Kaboorani, Alireza; Riedl, Bernard; Blanchet, Pierre (2013): Ultrasonication Technique: A Method for Dispersing Nanoclay in Wood Adhesives. Journal of Nanomaterials 2013.
  • Momen, G.; Farzaneh, M. (2011): Survey of Micro/Nano Filler Use to improve Silicone Rubber For Outdoor Insulators. Review of Advanced Materials Science 27, 2011. 1-3.
  • Sharma, S.D.; Singh, S. (2013): Synthesis and Characterization of Highly Effective Nano Sulfated Zirconia over Silica: Core-Shell Catalyst by Ultrasonic Irradiation. American Journal of Chemistry 2013, 3(4): 96-104.


Wissenswertes

Synthetischer Kautschuk

Bei synthetischem Kautschuk handelt es sich um ein künstliches Elastomer. Synthetische Kautschuke bestehen in erster Linie aus Polymere, die aus Erdölnebenprodukten synthetisiert werde. Sie werden, ebenso wie andere Polymere, aus verschiedenen Erdöl-basierten Monomeren hergestellt. Der am weitesten verbreitete Synthesekautschuk ist Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), welcher durch die Copolymerisation von Styrol und 1,3-Butadien gewonnen wird. Andere synthetische Kautschuke werden aus Isopren (2-Methyl-1,3-Butadien), Chloropren (2-Chlor-1,3-Butadien) und Isobuten (Methylpropene) mit einem kleinen Isopren-Anteil zur Vernetzung hergestellt. Diese und andere Monomere können in variierenden Verhältnissen zur Copolymerisation gemischt werden, um Endprodukte mit einer Reihe von physikalischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften herzustellen. Die Monomere werden in Reinform hergestellt und anschließend durch Zusatzstoffe modifiziert, um optimale Materialeigenschaften zu erzielen. Bei der Polymerisation reiner Monomere ist die Bildung des gewünschten Anteils an Cis- und Trans-Doppelbindungen einfacher zu kontrollieren.
Die Hauptanwendung von synthetischem sowie Natur-Kautschuk ist vorallem in der Automobilindustrie für die Herstellung von Reifen, Tür- und Fensterprofilen, Schläuchen, Riemen, Matten und Bodenbelägen zu finden.

Naturkautschuk

Naturkautschuk ist ein Elastomer und besteht hauptsächlich aus Polymeren der organischen Verbindung Poly-Cis-Isopren und Wasser. Zudem sind Spuren von Verunreinigungen in Form von Proteinen, Schmutz etc. enthalten. Naturkautschuk wird als Latex des Gummibaums Hevea Brasiliensis gewonnen und weist gute mechanische Materialeigenschaften auf. Allerdings hat Naturkautschuk im Vergleich zu synthetischen Kautschuken eine niedrigere Materialperformanz, vor allem hinsichtlich der thermischen Stabilität und der Kompatibilität mit Erdölprodukten. Naturkautschuk hat zahlreiche Anwendungsgebiete und kann entweder allein oder in Kombination mit anderen Materialien verarbeitet werden. Seine hohe Dehnungsfähigkeit, hohe Belastbarkeit und seine extrem hohe Dichtigkeit sind die wichtigsten Materialeigenschaften, die in der Industrie genutzt werden. Der Schmelzpunkt von Kautschuk liegt bei ca. 180°C (356°F).


Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Kautschukarten:

ISO Technischer Name Gebräuchliche Bezeichnung
ACM Polyacrylat-Kautschuk
AEM Ethylen-Acrylat-Kautschuk
AU Polyester-Urethan
BIIR Bromo-Isobutylen-Isopren Bromobutyl
BR Polybutadien Buna CB
CIIR Chlor-Isobutylen-Isopren Chlorobutyl, Butyl
CR Polychloropren Chloropren, Neopren
CSM Chlorsulfoniertes Polyethylen Hypalon
ECO Epichlorhydrin ECO, Epichlorhydrin, Epichlor, Epichloridrin, Herclor, Hydrin
EP Ethylen-Propylen
EPDM Ethylen-Propylen-Dien-Monomer EPDM, Nordel
EU Polyether-Urethan
FFKM Perfluorocarbon-Kautschuk Kalrez, Chemraz
FKM Fluorierte Kohlenwasserstoffe Viton, Fluorel
FMQ Fluorsilikon FMQ, Silikonkautschuk
FPM Fluorkarbon-Kautschuk
HNBR Hydrierter Nitrilkautschuk HNBR
IR Polyisopren (Synthetischer) Naturkautschuk
IIR Isobuten-Isopren-Butyl Butyl
NBR Acrylnitril-Butadien NBR, Nitril, Perbunan, Buna-N
PU Polyurethan PU, Polyurethan
SBR Styrol-Butadien SBR, Buna-S, GRS, Buna VSL, Buna SE
SEBS Styrol-Ethylen-Butylen-Styrol-Copolymer SEBS Kautschuk
SI Polysiloxan Silikonkautschuk
VMQ Vinyl-Methylsilikon Silikonkautschuk
XNBR Acrylnitril-Butadien-Carboxy-Monomer XNBR, Carboxyliertes Nitril
XSBR Styrol-Butadien-Carboxy-Monomer
YBPO Thermoplastischer Polyetherester
YSBR Styrol-Butadien-Block-Copolymer
YXSBR Styrol-Butadien-Carboxy-Block-Copolymer

SBR

Styrol-Butadien bzw. Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) umfasst die synthetischen Kautschuke, die aus Styrol und Butadien hergestellt werden. Verstärktes Styrol-Butadien zeichnet sich durch seine hohe Abriebfestigkeit und gute Alterungsbeständigkeit aus. Das Verhältnis zwischen Styrol und Butadien ist für die Polymereigenschaften ausschlaggebend: durch eine hohe Styrol-Gehalt wird der Kautschuk härter und weniger gummiartig.
Unverstärktes SBR - ohne Zusatz von Verstärkeradditiven - hat eine geringe Zugfestigkeit, geringe Belastbarkeit, geringe Reißfestigkeit (besonders bei hohen Temperaturen) und schlechte Haftung, so dass es für industrielle Anwendungen unzureichend ist. Daher sind verstärkende Additive und Füllstoffe unbedingt notwendig, um die SBR-Eigenschaften zu verbessern. Carbon Black-Füllstoffen verbessern bspw. Stärke und Abriebfestigkeit.

Styrol

Styrene (C8H8) ist auch unter den Namen Ethenylbenzen, Vinylbenzene, Phenylethen, Phenylethylen, Cinnamen, Styrene, Diarex HF 77, Styrolene und Styropol bekannt. Es ist eine organische Verbindung mit der chemischen Formel C6H5CH=CH2. Styrol ist die Vorstufe zu Polystyrol und mehreren Copolymeren.
Es handelt sich um ein Benzolderivat und erscheint als eine farblose ölige Flüssigkeit, die leicht verdampft. Styrol hat einen süßen Geruch, der sich allerdings bei hohen Konzentrationen in einen weniger angenehmen Geruch verwandelt.
In Gegenwart einer Vinylgruppe bildet Styrol ein Polymer. Styrol-basierte Polymere werden kommerziell produziert, um Produkte wie Polystyrol, ABS, Styrol-Butadien-(SBR) Kautschuk, Styrol-Butadien-Latex, SIS (Styrol-Isopren-Styrol), S-EB-S (Styrol-Ethylen/Butylen-Styrol), Styrol-Divinylbenzen (S-DVB), Styrol-Acrylnitril-Harz (SAN) und ungesättigte Polyester herzustellen, welche in Harzen und duroplastischen Verbindungen eingesetzt werden. Diese Materialien sind wichtige Bestandteile für die Produktion von Kautschuk, Kunststoff, Isolierungen, Glasfasern, Rohre, Automobil- und Bootsteile, Lebensmittelbehälter sowie Teppichrückseiten.

Anwendungen von Kautschuk

Kautschuk hat viele positive Eigenschaften wie Zugfestigkeit, lange Haltbarkeit, Wasserfestigkeit und Hitzebeständigkeit. Diese Eigenschaften machen Kautschuk sehr vielseitig, so dass Gummimaterialien in vielen Branchen eingesetzt werden. Der Hauptverbraucher von Kautschuk ist die Automobilindustrie, die Kautschuk vor allem für die Reifenproduktion benötigt. Weitere Merkmale wie seine Rutschfestigkeit, Haftung, Weichheit, Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit machen Kautschuk zu einem stark frequentierten Verbundstoff, der für die Herstellung von Schuhen, Bodenbelägen, medizinischen Produkten, Haushaltsartikeln, Spielzeug, Sportartikel und vielen weiteren Gummiprodukten benötigt wird.

Nanoadditive und Füllstoffe

Nanoskalige Füll- und Zusatzstoffe fungieren als verstärkende und schützende Additive, welche Zugfestigkeit, Abriebfestigkeit, Beständigkeit, Widerstandfähigkeit und Hysterese verbessern und Kautschuk zudem vor photochemischem und thermischem Abbau bewahren.

Silica

Silica (SiO2, Siliziumdioxid) wird in vielen verschiedenen Formen, z.B. als amorphes Silica, pyrogenes Siliciumdioxid, Silica Fume, gefällte Kieselsäure etc., eingesetzt, um Materialeigenschaften (z.B. dynamisch-mechanische Eigenschaften, thermische Alterungsbeständigkeit, Morphologie) zu verbessern. Viskosität und Vernetzungsdichte von Silica-gefüllten Verbundstoffen nehmen mit einem steigenden Silicagehalt zu. Gleichzeitig werden Elastizität, Zugfestigkeit und Verschleißbeständigkeit werden mit zunehmender Silica-Füllung verbessert.

Carbon Black

Carbon Black (Kienruß) ist eine parakristalline Kohlenstoffform, auf deren Oberfläche adsorbierte Sauerstoffkomplexe (z.B. aromatische, chinonische, laktonische, phenolische und andere Gruppen) angelagert sind. Diese Sauerstoffgruppen werden in der Regel unter dem Begriff „flüchtige Verbindungen“ zusammengefasst. Aufgrund dieser flüchtigen Verbindungen ist Carbon Black ein nichtleitendes Material. Carbon Black, welches mit Kohlenstoff-Sauerstoff-Komplexen funktionalisiert wurde, weist eine deutlich bessere Dispergierbarkeit auf.
Durch sein hohes Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis ist Carbon Black ein häufig verwendeter verstärkender Füllstoff. Fast alle Kautschukprodukte werden mit Carbon Black verstärkt, um Zug- und Abriebfestigkeit zu verbessern. Ausgefällte oder pyrogene Kieselsäuren dienen als Substitut für Carbon Black, wenn Kautschuk verstärkt werden soll, allerdings die schwarze Farbe, Die durch Carbon Black entsteht, vermieden werden soll. Silica-basierte Füllstoffe gewinnen aber auch Marktanteile bei der Autoreifenproduktion, da Silica-Additive im Vergleich zu Carbon Black-Additiven die Rollreibung bei Reifen minimiert.
Die Tabelle unten gibt einen Überblick über CarbonBlack-Formen, die in der Reifenproduktion verwendet werden:

Name Abkürz. ASTM Partikelgröße nm Zugfestigkeit MPa Relativer Abrieb im Labor Relativer Abrieb auf Straße
Super Abrasion Furnace SAF N110 20–25 25,2 1,35 1,25
Intermediate SAF ISAF N220 24–33 23,1 1,25 1,15
High Abrasion Furnace HAF N330 28–36 22,4 1,00 1,00
Easy Processing Channel EPC N300 30–35 21,7 0,80 0,90
Fast Extruding Furnace FEF N550 39-55 18,2 0,64 0,72
High Modulus Furnace HMF N660 49-73 16,1 0,56 0,66
Semi-Reinforcing Furnace SRF N770 70–96 14,7 0,48 0,60
Fine Thermal FT N880 180–200 12,6 0,22
Medium Thermal MT N990 250-350 9,8 0,18

Graphenoxide

Grapheneoxid - als Additiv in SBR dispergiert - verleiht hohe Zugfestigkeit und Reißfestigkeit sowie hervorragende Verschleißfestigkeit und niedrigen Rollwiderstand, welches wichtige Materialeigenschaften für die Reifenherstellung sind. Graphenoxid-Silica verstärkter SBR ist eine wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Alternative für die Reifenproduktion sowie für die Herstellung von Hochleistungs-Kautschuk-Verbundwerkstoffen. Graphen und Graphenoxid können mittels Ultraschall erfolgreich und zuverlässig exfoliert und dispergiert werden. Klicken Sie hier, um mehr über die Ultraschall-gestützte Produktion von Graphen zu erfahren!