Hielscher – Ultraschall-Technologie

Sonofragmentation – Ultrasschall für die Partikelzerkleinerung

Sonofragmentation bezeichnet das Aufbrechen von Partikeln mittels Hochleistungs-Ultraschall, so dass Partikel-Fragmente im nano-skaligen Größenbereich entstehen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Ultraschall- Desagglomeration und Vermahlung – bei denen die Partikel durch interpartikuäre Kollision vor allem gemahlen und dispergiert werden – , zeichnet sich die Sono-Fragementation durch die direkte Interaktion zwischen Partikel und Kavitations-Schockwellen aus. Hochleistungs-/ Niederfrequenz-Ultraschall erzeugt in Flüssigkeiten Kavitation, wodurch intensive Scherkräfte im beschallten Medium entstehen. Durch die extremen Bedingungen, die während die Implosion der Kavitationsblasen und durch die interpartikuläre Kollision entstehen, werden die Partikel auf Nano-Größe gemahlen.

Ultraschall-gestützte Produktion von Nanopartikeln

Die Effekte von Hochleistungs-UIltraschall bei der Herstellung von Nanopartikeln sind bekannt: Dispergieren, Desagglomerieren und Vermahlen & Feinmahlen bzw. Fragmentierung mittels Ultraschall sind oftmals die einzig effektiven Methoden, um Nanopartikel zu behandeln. Dies gilt insbesondere, wenn es darum geht, sehr feine Nanomaterialien mit speziellen Funktionalitäten herzustellen, das die Partikel erst im Nano-Bereich einzigartige Eigenschaften zeigen. Um Nano-Material mit bestimmten Funktionen zu produzieren, muss ein gleichmäßiger und zuverlässiger Ultraschall-Prozess sichergestellt sein. Hielscher liefert Ultraschall-Gerät vom Labormaßstab bis hin zu voll-kommerziellen Industrie-Einheiten.

Sono-Fragmentierung durch Kavitation

Der Eintrag von hochintensiven Ultraschallwellen in Flüssigkeiten erzeugt extreme Bedingungen. Wird Ultraschall in ein flüssiges Medium eingekoppelt, werden durch die Schallwellen alternierende Kompressions- und Rarefaktions-Zyklen (Hochdruck- und Niederdruck-Zyklen) erzeugt. Während der Niederdruck-Zyklen entstehen kleine Vakuum-Blasen in der Flüssigkeit. Diese Kavitation sblasen wachsen über mehrere Niederdruck-Zyklen solange an bis sie keine zusätzliche Energie mehr absorbieren können. Sobald die Kavitationsblasen ihre Maximalgröße erreicht haben, zerplatzen sie (Implosion). Hierbei entstehen lokal extreme Bedingungen. Durch die Implosion der Kavitation snlasen werden lokal sehr hohe Temperaturen (bis ca. 5000 K) und Drücke (bis ca. 2000atm) erreicht. Zudem entstehen während der Implosion Flüssigkeit-Jets mit Geschwindigkeiten von bis zu 280 m/s (≈1000km/h). Unter dem Terminus "Sono-Fragmentierung" versteht man den Einsatz von hochintensiven Ultraschallwellen, um Partikel auf Nanogröße zu fragmentieren. Mit einer fortschreitenden Beschallung (Sonorisierung) verwandeln sich die Partikel von einer eckigen zu einer sphärischen Kornform, wodurch die Partikel funktional aufgewertet werden. Die Ergebnisse der Sonofragmentation werden durch die Fragmentierungsrate ausgedrückt, welche als Funktion der eingetragenen Ultraschallleistung, des beschallten Volumens und der Agglomeratgröße beschrieben wird.
Kusters et al. (1994) untersuchte die ultraschallgestützte Fragmentierung von Agglomeraten in Bezug auf den Energieverbrauch. Die Ergebnisse der Forscher "zeigen, dass die Dispersion mittels Ultraschall so effizient wie konventionelle Mahltechniken sein kann." [Kusters et al. 1994] Vor allem für erodierende Pulver wie z.B. Silica oder Zirkonia, wurde festgestellt, dass der spezifische Energieverbrauch pro Einheit des zu vermahlenden Pulvers beim Ultraschall-Mahlen geringer ist als bei konventionellen Mahlmethoden. Ultraschall zerkleinert die Partikeln nicht nur, sondern poliert die Kornoberfläche zusätzlich. Dadurch kann eine hohe Sphärizität der Partikel erreicht werden.

Sono-Fragmentierung bei der Kristallisation von Nanomaterialien

"Auch wenn zweifelsfrei feststeht, dass kristallinen Slurries die Partikel durch den Ultraschall miteinander kollidieren, so ist diese interpartikuläre Kollision dennoch nicht die Hauptursache der Fragmentierung. Im Gegensatz zu molekularen Kristallen werden Metallpartikel durch die Schockwellen nicht direkt beschädigt und können nur durch die intensivere (aber viel seltenere) interpartikuläre Kollision zerschmettert werden. Die Verschiebung der dominanten Ultraschallmechanismen bei der Beschallung von Metallpulver versus Beschallung von Aspirin-Supensionen verdeutlicht die Unterschiede von weichen Metallpartikeln und brüchigen molekularen Kristallstrukturen." [Zeiger/ Suslick 2011, 14532]

Ultraschallfragmentierung von Acetylsalicylsäure-Partikel

Sonofragmentation von Aspirin-Partikeln [Zeiger/ Suslick 2011]

Gopi et al. (2008) haben die Herstellung von hochreinen nanoskaligen Aluminiumkeramik-Partikeln (vorwiegend kleiner als 100 nm) mittels Sonofragmentation untersucht. Als Ausgangsstoff dienten Mikron-Partikel (ca. 70-80 μm). Durch die ultraschall-gestützte Verarbeitung konnte eine deutliche Veränderung der Farbe und Form der Aluminiumoxid-Keramik-Partikel beobachtet werden. Partikel im Mikron-, Submikron- und Nano-Bereich konnten problemlos durch eine Sonofragmentierung mittels Hochleistungs-Ultraschall hergestellt werden. Der Sphärizität der Partikel erhöhte sich mit zunehmender Verweildauer in der Beschallungszone.

Dispersion in Tensiden

Aufgrund der effektiven Echtzerkleinerung durch Ultraschall müssen Tenside eingesetzt werden, um die Reagglomeration der hergestellten Submikron- und Nano-Partikel zu verhindern. Je kleiner die Korngröße, desto höher ist das Aspektverhältnis. Das höhere Aspektverhältnis der einzelnen Partikel erfordert mehr Stabilisatoren, um die Partikel vollständig zu benetzen, so dass sie vereinzelt in der Suspension vorliegen. Der Vorteil des Ultraschalls liegt in seinem Dispergier-Effekt: Hochleistung-Ultraschall vermahlt und fragmentiert, zusätzlich dispergiert der Ultraschall die gemahlenen Partikelfragmente mit den Tensiden, so dass eine Agglomeration der Nanopartikel (fast) vollständig vermieden wird.

Industrielle Produktion

Um die wachsende Nachfrage nach hochwertigen, funktionalisierten Nanomaterialien bedienen zu können, sind zuverlässige Ultraschallsysteme, die Industriestandards erfüllen, erforderlich. Ultraschallanlagen mit bis zu 16kW pro Gerät, welche problemlos zu Clustern kombiniert werden können, ermöglichen die Verarbeitung von sehr hohen Volumenströmen. Aufgrund der vollständig linearen Skalierbarkeit von Ultraschallprozessen, werden Ultraschallanwendungen risikofrei im Labor getestet, im Technikum optimiert und anschließend in die Produktionslinie integriert. Da die Umrüstung auf Ultraschallprozesse nur geringen Platzbedarf erfordert, lassen sich sogar bestehende Prozesslinien nachrüsten. Die Bedienung des Ultraschalls ist einfach, lässt sich genau kontrollieren und kann über Remote Control gesteuert werden. Zudem sind unsere Ultraschallsysteme sehr wartungsarm.

Literatur

  • Ambedkar, B. (2012): Ultrasonic Coal-Wash for De-Ashing and De-Sulfurization: Experimental Investigation and Mechanistic Modeling. Springer, 2012.
  • Eder, Rafael J. P.; Schrank, Simone; Besenhard, Maximilian O.; Roblegg, Eva; Gruber-Woelfler, Heidrun; Khinast, Johannes G. (2012): Continuous Sonocrystallization of Acetylsalicylic Acid (ASA): Control of Crystal Size. Crystal Growth & Design 12/10, 2012. 4733-4738.
  • Gopi, K. R.; Nagarajan, R. (2008): Advances in Nanoalumina Ceramic Particle Fabrication Using Sonofragmentation. IEEE Transactions on Nanotechnology 7/5, 2008. 532-537.
  • Kusters, Karl; Pratsinis, Sotiris E.; Thoma, Steven G.; Smith, Douglas M. (1994): Energy-size reduction laws for ultrasonic fragmentation. Powder Technology 80, 1994. 253-263.
  • Zeiger, Brad W.; Suslick, Kenneth S. (2011): Sonofragementation of Molecular Crystals. Journal oft he American Chemical Society. 2011.

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Ultrasonic processing: Cavitational "hot spot" (Klicken um zu vergrößern!)

Sonotrode für den Eintrag der Ultraschallwellen in Flüssigkeiten: Die Trübung unter der Sonotrode zeigt den Kavitations-Hot-Spot Bereich.