Steigerung der Effizienz der Bioenergieerzeugung durch Hochleistungsultraschall
Der Einsatz von Hochleistungsultraschall (Ultraschallbehandlung) bei der Erzeugung erneuerbarer Energien stellt einen bedeutenden Fortschritt hinsichtlich der Prozesseffizienz dar. Durch die Nutzung der akustischen Kavitation verbessert die Ultraschalltechnologie den Stoffaustausch, bricht Zellstrukturen auf und beschleunigt chemische Reaktionen in verschiedenen Produktionswegen für Biokraftstoffe, darunter Biodiesel, Bioethanol und Biogas.
Da die Ölpreise neue Höchststände erreichen, steigt die Nachfrage nach erneuerbaren Kraftstoffen. Der Einsatz von Ultraschalltechnologie bei der Herstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe wie Biodiesel, Bioethanol und Biogas verbessert die technische und wirtschaftliche Effizienz.
Biodiesel aus gebrauchtem Pflanzenöl und tierischen Fetten

Biodiesel ist ein erneuerbarer Kraftstoff, der in Dieselmotoren als Alternative zu aus Erdöl hergestelltem Dieselkraftstoff verwendet werden kann. Biodiesel wird durch Umesterung aus Ausgangsstoffen wie Pflanzenölen, tierischen Fetten oder Schmierstoffen hergestellt. Am häufigsten werden Rohstoffe wie Soja-, Raps- oder Algenöl verwendet. Bei der Herstellung von Biodiesel findet eine katalytische Reaktion mit Alkohol (Methanol oder Ethanol) statt. Das Ultraschallmischen des Öls, Fetts oder Schmierstoffs mit dem Alkohol verbessert die Reaktionsgeschwindigkeit und die Ausbeute erheblich. Dadurch lassen sich Investitions- und Betriebskosten senken.
- Beschleunigte Umesterung: Die Ultraschallbestrahlung verkürzt die Reaktionszeit bei der Biodieselherstellung erheblich und reduziert sie oft von mehreren Stunden auf weniger als fünf Minuten.
- Verbesserte Trennung: Die Technologie verbessert die Abtrennung von Glycerin aus Biodiesel und verkürzt die Absetzzeiten von mehreren Stunden auf unter 15 Minuten.
- Höhere Erträge: Durch die Ultraschallbehandlung lassen sich Biodieselausbeuten von über 99 % erzielen, da sie eine gründliche Durchmischung der Reaktionspartner gewährleistet.
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Bioethanol aus Stärke und Zucker
Bioethanol wird als umweltfreundliche Alternative zu Benzin genutzt. Es wird durch Fermentation aus Mais, Weizen, Kartoffeln, Zuckerrohr, Reis und anderen Getreidesorten hergestellt. Mithilfe von Hefe werden die in diesen Pflanzen enthaltenen Stärke und Zucker zu Ethanol vergoren. Durch die ultraschallgestützte Aufbrechung der Zellstrukturen und die Extraktion des intrazellulären Materials wird die Partikelgröße verringert und den Enzymen während der Verflüssigung eine wesentlich größere Oberfläche zur Verfügung gestellt. Dies verbessert die Bioverfügbarkeit von Stärke und Zucker und führt zu einer schnelleren und vollständigeren Vergärung, wodurch mehr Ethanol entsteht.
Die Bioethanolproduktion hängt in hohem Maße vom effizienten Abbau lignozellulosehaltiger Biomasse ab, um fermentierbare Zucker freizusetzen. Ultraschall unterstützt diesen Prozess auf verschiedene Weise:
- Verbesserte Hydrolyse: Die Ultraschallvorbehandlung erleichtert den Zerfall pflanzlicher Partikel und verbessert die Glukosefreisetzung aus Maisbrei in Ethanolanlagen mit Trockenmahlung.
- Gesteuerte Gärung: Es hat sich gezeigt, dass Ultraschall die Ethanolproduktion während der gleichzeitigen Verzuckerung und Fermentation (SSF) von Materialien wie gemischtem Büroabfallpapier stimuliert.
- Extraktionsgrad: Hochleistungsultraschall eignet sich gut zur Gewinnung von Wirkstoffen wie Xylan und Heteroxylan aus Maiskolben und -spelzen sowie zur Verbesserung der Ölgewinnung aus Sojabohnen, was den Ausbau biobasierter Produktionsketten fördert.
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Biogas aus Abfall und Klärschlamm
Kommunale Bioabfälle, Klärschlamm, Mist und Gülle dienen als Biogasquelle. Durch die Aufbereitung dieser Stoffe in aeroben oder anaeroben Fermentern wird das organische Material in Biogas umgewandelt. Ultraschall Zersetzung des organischen Materials Die Vorbehandlung vor der Vergärung verändert die Materialstruktur und setzt Enzyme frei sowie aktiviert diese. Dies verbessert die Vergärung des organischen Materials, was zu einer schnelleren Verarbeitung, mehr Gas und weniger Restschlamm führt. Dies wiederum erhöht die Kapazität bestehender Faulbehälter und senkt die Entsorgungskosten.
Bei der anaeroben Vergärung wird eine Ultraschallvorbehandlung eingesetzt, um Biomasse (wie beispielsweise Abfall-Belebtschlamm) aufzulösen und so organische Stoffe für Bakterien besser zugänglich zu machen.
- Erhöhte Biogasausbeute: Die Ultraschallbehandlung hat sich als wirksames Mittel zur Steigerung der kumulativen Biogasproduktion erwiesen. Studien berichten von einer Steigerung der Biogasproduktion um 26 % bis 36 % im Vergleich zu unbehandeltem Schlamm.
- Verbesserte Feststoffreduzierung: Die Ultraschallbehandlung verbessert den Abbau flüchtiger Feststoffe (VS). So kann der VS-Abbau beispielsweise je nach organischer Belastung und Energiezufuhr von 30 % auf 35 % oder sogar noch höher (bis zu 39 %) steigen.
- Abwasserintegration: Klärschlämme aus kommunalen und industriellen Kläranlagen sowie aus Biogasanlagen selbst lassen sich mithilfe von Ultraschallreaktoren effektiv aufbereiten, um den Stabilisierungs- und Energierückgewinnungsprozess zu optimieren.
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Die Ultraschalldesintegration von tierischem Dung vor der anaeroben Vergärung verbessert die Biogaserträge.
Ultraschall-Energiebilanz
Die oben genannten Verfahren erfordern keinen großen Ultraschallenergieaufwand. Im Allgemeinen gleicht die durch die Ultraschallbehandlung entstehende Überschussenergie den Energieaufwand für die Erzeugung des Ultraschalls aus. Ultraschallgeräte von Hielscher weisen einen Gesamtwirkungsgrad von mehr als 85 % auf. Das bedeutet, dass mehr als 85 % der elektrischen Energie in mechanische Energie umgewandelt und an die Flüssigkeit abgegeben werden. Der tatsächliche Energiebedarf eines Prozesses lässt sich im kleinen Maßstab mit einem 1-kW-Ultraschallprozessor im Labormaßstab ermitteln. Alle Ergebnisse solcher Laborversuche lassen sich problemlos hochskalieren. Hielscher liefert weltweit industrielle Ultraschallverarbeitungsanlagen. Mit industriellen Ultraschallhomogenisatoren mit einer Leistung von bis zu 16 kW pro Einzelsonikator gibt es keine Grenzen hinsichtlich Anlagengröße oder Verarbeitungskapazität.


