Sonokatalyse - Ultraschallgestützte KatalyseUltraschall beeinflusst die Reaktivität der Katalysatoren während der Katalyse hinsichtlich eines verbesserten Massetransfers und Energieaufwands. Bei der heterogenen Katalyse, in der sich der Katalysator in einer anderen Phase gegenüber den Reagenzien befindet, erhöht eine mit Ultraschall vorbereitete Dispersion die Oberfläche, die den Reagenzien verfügbar ist. Basisinformationen zur KatalyseDie Katalyse ist der Prozess, in dem die Reaktionsgeschwindigkeit einer chemischen Reaktion durch einen Katalysator gesteigert (oder gesenkt) wird. Bei der Herstellung vieler chemischer Stoffe werden Katalysatoren verwendet. Der Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit hängt von der Frequenz des Reagenzienkontaktes im geschwindigkeitsbestimmenden Prozessschritt ab. Im Allgemeinen steigern Katalysatoren die Reaktionsgeschwindigkeit und verringern die Aktivierungsenergie, da das Reaktionsprodukt über einen alternativen Reaktionsweg bereitgestellt wird. Daher reagieren die Katalysatoren mit einem oder mehreren Reagenzien, um Zwischenprodukte zu formieren, aus denen anschließend das Endprodukt entsteht. Im letzten Schritt wird der Katalysator regeneriert. Durch das Verringern der Aktivierungsenergie, ergeben mehr Molekülkollisionen die Energie, die benötigt wird, um in das Übergansstadium einzutreten. In einigen Fällen werden die Katalysatoren genutzt, um die Selektivität einer chemischen Reaktion zu verändern.
Effekte des BeschallensDie Schallwellenlänge in Flüssigkeiten variiert zwischen ca. 110 und 0,15mm bei Frequenzen 18kHz und 10Mhz. Diese liegt dabei deutlich über der molekularen Dimension. Daher gibt es keine direkte Kopplung des Akkustikfeldes mit Molekülen chemischer Art. Die Effekte des Beschallens sind zu einem großen Teil ein Ergebnis der Ultraschallkavitation in Flüssigkeiten. Deshalb wird für die ultraschallgestützte Katalyse mindestens ein Reagens in einer flüssigen Phase benötigt. Ultraschall wirkt bei der heterogenen und homogenen Katalyse in vielfacher Hinsicht mit. Einzelne Effekte können gefördert oder reduziert werden, indem die Ultraschallamplitude und der Flüssigkeitsdruck angepasst werden. Dispergieren und Emulgieren mittels UltraschallEs gibt chemische Reaktionen, die sich aus einem Katalysator und Reagenzien zusammensetzen, welche aus mehr als einer Phase (heterogene Katalyse) entstammen. Diese Reaktion nennt man heterogene Katalyse; sie ist beschränkt auf die Phasengrenzschicht, da dies die einzige Stelle ist, an der Reagens und Katalysator gemeinsam vorhanden sind. Das gegenseitige Aussetzen der Reaktanten und des Katalysators ist ein Schlüsselfaktor für viele mehrphasige chemische Reaktionen. Aus diesem Grund gewinnt die individuelle Oberfläche der Phasengrenzschicht größeren Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit.
Massetransfer
Energie-InputUltraschallkavitation bietet einen einzigartigen Weg, um Energie in chemische Reaktionen einzubringen. Während der implosiven Kompression der Kavitationsblasen entsteht lokal konzentriert eine Kombination aus Hochgeschwindigkeits-Flüssigkeitsstrahlen, hohem Druck (>1000atm), hohen Temperaturen (>5000K) und enormen Aufheiz- und Abkühl-Geschwindigkeiten. Kenneth Suslick sagt: "Kavitation ist eine auerordentliche Methode, um die diffuse Energie von Schall in einer chemisch nutzbare Form zu konzentrieren." Erhöhen der ReaktivitätKavitationserosion auf den Partikeloberflächen erzeugt unpassivierte, hoch reaktive Oberflächen. Kurzzeitig hohe Temperaturen und Drücke tragen zu einer molekularen Dekomposition und der Steigerung der Reaktivität zahlreicher chemischer Stoffe bei. Ultraschall kann auch zur Vorbereitung der Katalysatoren genutzt werden, z.B. um Aggregate feinskaliger Partikel herzustellen. Dabei entstehen amorphe Katalysatorenpartikel mit einer äußerst spezifischen Oberfläche. Aufgrund dieser Aggregatstruktur können solche Katalysatoren von den Reaktionsprodukten abgetrennt werden (z.B. durch Filtrierung). Ultraschall-ReinigenHäufig kommt es vor, dass die Katalyse unerwünschte Nebenprodukte, Kontaminationen oder Verunreinigungen in die Reagenzien einbringt. Dies kann zur Degradation und zu Ablagerungen an der Oberfläche der festen Katalysatoren führen. Ablagerungen verringern die Katalysatorenoberfläche und reduzieren dadurch deren Effizienz. Es ist nicht notwendig, diese während des Prozesses oder in Recycling-Intervallen mit Hilfe anderer chemischer Prozessstoffe zu entfernen. Ultraschall ist eine effektive Methode, um Katalysatoren zu reinigen oder um den Katalysatoren- Recyclingprozess zu unterstützen. Das Reinigen mit Ultraschall ist vermutlich die am meisten gebrauchte und die bekannteste Anwendung von Ultraschall. Das Zusammenstoßen der Kavitations-Flüssigkeitsstrahlen und Schockwellen mit bis zu 104atm erzeugt lokale Scherkräfte, Erosion und Lochfraß an den Oberflächen. Auch sehr feine Partikel können mittels Ultraschall produziert werden: Interpartikuläre Kollisionen bei Hochgeschwindigkeiten führen zu Oberflächenerosion und sogar zu Effekten wie dem Mahlen. Diese Kollisionen können lokal transiente Übergangstemperaturen von ca. 3000K verursachen. Suslick zeigte, dass mittels Ultraschall Oxidschichten effektiv von Oberflächen entfernt werden können. Das Entfernen solcher passivierender Schichten verbessert die Reaktionsgeschwindigkeit bei sehr vielen verschiedenen Reaktionen (Suslick 2008). Die Anwendung von Ultraschall hilft dabei, das Problem der Ablagerungen bei in Lösungsmitteln dispergierten Katalysatoren zu vermindern und trägt zur Reinigung während des Katalysatoren-Recyclingprozesses bei. Beispiele für die Ultraschall-KatalyseEs gibt zahlreiche Beispiele für die ultraschallgestützte Katalyse und für die Ultraschall-Aufbereitung heterogener Katalysatoren. Wir empfehlen Ihnen die Lektüre des Aufsatzes Sonocatalysis von Kenneth Suslick, um eine umfassende Einführung in das Thema zu erhalten. Hielscher liefert Ultraschallreaktoren für die Vorbereitung von Katalysatoren und des Katalyseprozesses, z.B. die katalytische Umesterung für die Produktion von Methylestern (z.B. Fettsäuremethylester = Biodiesel). Ultraschall-Geräte für die Sonokatalyse
Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren Prozessversuchen, der Optimierung und dem Scale-up. Sprechen Sie mit uns über die passende Ausstattung oder besuchen Sie unser Prozesslabor. Literatur über die Sonokatalyse und die ultraschallgestützte KatalyseSuslick, K. S.; Didenko, Y.; Fang, M. M.; Hyeon, T.; Kolbeck, K. J.; McNamara, W. B. III; Mdleleni, M. M.; Wong, M. (1999): Acoustic Cavitation and Its Chemical Consequences, in: Phil. Trans. Roy. Soc. A, 1999, 357, 335-353. Suslick, K. S.; Skrabalak, S. E. (2008): "Sonocatalysis" In Handbook of Heterogeneous Catalysis, vol. 4; Ertl, G.; Knözinger, H.; Schüth, F.; Weitkamp, J., Eds.; Wiley-VCH: Weinheim, 2008, pp. 2006-2017.
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